Unsere Saatgut-Tauschbörse: teilen, was wächst
Jede Pflanze beginnt mit einem Samen und jede Veränderung mit einer guten Idee. Unsere Saatgut-Tauschbörse vereint beides: Sie ist Treffpunkt für alle, die gärtnern oder gerade erst anfangen. Gemeinsam können wir mehr Vielfalt in unsere Gärten, auf Balkone und in öffentliche Flächen bringen.
Wer Saatgut tauscht, gibt mehr weiter als nur Körner: Es sind Erfahrungen, Geschichten und Visionen, die dabei die Runde machen. Genau das passt zu unserem Projekt PartizipNatur. Wir gestalten zusammen naturnahe Orte und stärken damit die Gemeinschaft.
So funktioniert’s
Unsere Tauschbörse finden Sie bei verschiedenen Veranstaltungen in Vetschau und den Ortsteilen sowie bei Angeboten der SPREEAKADEMIE. Dort können Sie Saatgut mitbringen, stöbern, Neues kennenlernen und natürlich auch Fragen stellen.
Wenn Sie eigenes Saatgut mitbringen möchten, achten Sie bitte darauf, dass es gut getrocknet, sauber und frei von sichtbarem Schädlings- oder Schimmelbefall ist. Beschriften Sie die Tüte möglichst mit Pflanzenart beziehungsweise Sorte und Erntejahr. Wenn Sie möchten, können Sie zusätzlich Hinweise zum Standort, zur Blütenfarbe oder zu besonderen Eigenschaften ergänzen.
Sie wissen nicht genau, ob Ihr Saatgut geeignet ist? Bringen Sie es einfach mit und sprechen Sie uns an.
Eigenes Saatgut gewinnen: So geht es
Viele Pflanzen liefern Ihnen nicht nur Blüten, Gemüse oder Kräuter, sondern zugleich das Saatgut für die nächste Gartensaison. Dafür brauchen Sie meist keine besondere Ausrüstung – ein wenig Geduld und ein trockener Platz reichen oft schon aus.
Die wichtigste Voraussetzung: Lassen Sie die ausgewählten Pflanzen oder Früchte vollständig ausreifen. Bei vielen Blühpflanzen erkennen Sie reife Samen daran, dass die Samenstände braun und trocken werden. Bohnen und Erbsen bleiben beispielsweise so lange an der Pflanze, bis ihre Hülsen trocken und brüchig sind. Bei Paprika, Chili oder Kürbis werden dagegen gut ausgereifte Früchte verwendet. Die Details unterscheiden sich also je nach Pflanzenart.
So kommen Sie in fünf Schritten zu Ihrem eigenen Saatgut:
- Ausreifen lassen: Wählen Sie gesunde Pflanzen aus und lassen Sie Blütenstände, Hülsen oder Früchte vollständig reif werden.
- Samen ernten: Nehmen Sie die Samen bei möglichst trockenem Wetter ab oder entnehmen Sie sie aus der reifen Frucht.
- Reinigen: Entfernen Sie Fruchtreste, Hülsen, Spreu und beschädigte oder auffällige Samen.
- Gründlich trocknen: Breiten Sie die Samen luftig aus und lassen Sie sie vollständig trocknen. Feuchtigkeit kann bei der Lagerung zu Schimmel und Fäulnis führen.
- Beschriften und lagern: Notieren Sie mindestens Pflanzenart oder Sorte und das Erntejahr. Bewahren Sie das Saatgut bis zur nächsten Aussaat kühl, dunkel und geschützt vor Feuchtigkeit auf.
Für die Lagerung sollten nur einwandfreie, vollständig ausgereifte Samen verwendet werden; Pflanzenreste und geschädigte oder verschimmelte Samen werden aussortiert.
Arbeitsblätter
Wenn Sie selbst Saatgut gewinnen möchten, finden Sie hier zwei ausführliche Arbeitsblätter zum Herunterladen:
Manchmal wächst im nächsten Jahr etwas Überraschendes
Pflanzen können sich miteinander kreuzen. Deshalb muss eine Pflanze, die aus selbst gewonnenem Saatgut wächst, nicht immer exakt dieselben Eigenschaften haben wie ihre Elternpflanze. Für unsere Tauschbörse ist das kein Grund, auf das Weitergeben von Saatgut zu verzichten.
Wenn Sie allerdings wissen, dass die ursprüngliche Sorte auf der Saatguttüte als F1-Hybride gekennzeichnet war, empfehlen wir, daraus gewonnenes Saatgut nicht zum Tauschen mitzubringen. Sind Sie unsicher, sprechen Sie uns einfach an.
Besondere Vorsicht gilt bei Kürbis und Zucchini aus eigenem Saatgut: Speise- und Zierkürbisse können sich miteinander kreuzen. Dabei können in späteren Generationen Früchte mit gesundheitsschädlichen Bitterstoffen entstehen. Probieren Sie deshalb vor der Zubereitung immer ein kleines Stück roh. Schmeckt Kürbis oder Zucchini deutlich bitter, nicht weiterprobieren, nicht essen und die gesamte Frucht entsorgen. Die Bitterstoffe werden auch durch Kochen oder Backen nicht unschädlich gemacht.
Wer weiß, dass in der Nähe Zierkürbisse wachsen, sollte nach Empfehlung des Bundeszentrums für Ernährung für Kürbisgewächse besser kein Saatgut aus der eigenen Ernte für die nächste Generation verwenden.
Entdecken, tauschen, mitmachen: So bringen Sie Vielfalt zum Blühen
Unsere Saatgut-Tauschbörse ist mehr als ein Platz für Samentütchen. Bei unseren Veranstaltungen verbinden wir das Tauschen mit praktischen Angeboten rund ums naturnahe Gärtnern.
Je nach Veranstaltung können Sie zum Beispiel Samenkugeln herstellen, bei Pflanzaktionen mitmachen oder mehr über insektenfreundliche Pflanzen erfahren. Welche Angebote als Nächstes stattfinden, finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.
Kommen Sie vorbei, bringen Sie Saatgut mit oder nehmen Sie einfach neue Ideen für Ihren Garten mit nach Hause. Denn Vielfalt wächst am besten, wenn wir sie teilen.
Mitmachen und kreativ sein
Basteln Sie Samenkugeln, nehmen Sie an Pflanzaktionen teil oder lassen Sie sich in Vorträgen zu insektenfreundlichen Pflanzen inspirieren. Welche dieser Aktionen bei unseren Veranstaltungen dabei sind, erfahren Sie immer aktuell unter: spreeakademie.de/veranstaltungen
Kommen Sie vorbei, machen Sie mit – damit es in der Lausitz wächst, blüht und summt!
Ihre Fragen – unsere Antworten
Ja, auf jeden Fall! Sie können unsere Samen auch ohne Tausch mitnehmen – gegen eine kleine Spende.
Damit alle etwas davon haben, bitten wir Sie, folgende Hinweise zu beachten:
- Gut getrocknet und sauber: Das Saatgut sollte trocken, schädlingsfrei und frei von Pflanzenresten oder Erde sein.
- Beschriftung nicht vergessen: Schreiben Sie deutlich lesbar auf das Tütchen:
- Pflanzensorte (z. „Ringelblume“ oder „Tomate ‚Goldene Königin‘“)
- Erntejahr
- optional: Standort und Hinweise (z. „besonders bienenfreundlich“ oder „für sonnige Lagen“)
- Nur samenfestes Saatgut: Bitte bringen Sie keine Hybrid-Sorten (F1) mit. Nur samenfeste Sorten lassen sich zuverlässig weitervermehren.
Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihr Saatgut geeignet ist, sprechen Sie uns gern vor Ort an. Wir helfen Ihnen weiter!
Wir verwenden es bei späteren Veranstaltungen oder säen es im Lerngarten der SPREEAKADEMIE aus.
Bienenfreundliche Blühpflanzen, alte Gemüsesorten und robuste Kräuter sind sehr beliebt – und fördern die Artenvielfalt vor Ihrer Haustür.
Am besten kühl, trocken und dunkel. Unsere Expert*innen zeigen Ihnen, worauf es ankommt – oder Sie lesen es hier nach: Saatgut reinigen, trocknen, lagern (PDF)
PartizipNatur – Gemeinsam Zukunft gestalten. Naturnah!
Mit unserem Projekt PartizipNatur wollen wir zeigen, wie Gemeinden und ihre Bürger*innen aktiv Verantwortung für ihre Umwelt übernehmen können.
Gemeinsam mit der Stadt Vetschau und den 10 Ortsteilen entwickeln wir lokale Lösungen für öffentliche Grünflächen, um die ökologische Nachhaltigkeit zu fördern. Durch die aktive Einbindung der Menschen vor Ort stärken wir nicht nur den Zusammenhalt in der Gemeinde, sondern schaffen auch konkrete Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität – zum Beispiel mit bienenfreundlichen Staudenbeeten auf Dorfplätzen oder naturnah gestalteten Spielplätze mit Naschecken.