Skaterplatz Vetschau gewinnt Landschaftsarchitektur-Preis 2026

Der Skaterplatz Vetschau ist mit dem Berlin-Brandenburgischen Landschaftsarchitektur-Preis 2026 in der Kategorie „Kollaborationen“ ausgezeichnet worden. Die Jury würdigte vor allem den Weg dorthin: Der neue Freiraum in der Vetschauer Neustadt wurde gemeinsam mit den Menschen vor Ort geplant und gebaut.

Alle Fotos: Tina Merkau/bdla bb

Bei der Preisverleihung am 27. August in Berlin wurde deutlich, was das Projekt besonders macht. Nicht nur das Ergebnis überzeugte die Jury, sondern die enge Verbindung von Beteiligung, Planung und praktischem Handeln. Prof. Klaus Overmeyer brachte es in seiner Laudatio auf den Punkt: „Die Zusammenarbeit auf Augenhöhe erzeugte nicht nur räumliche Qualität, sondern Identifikation und Verantwortungsgefühl.“

Vom ersten Aktionstag bis zur Mitmachbaustelle

Begonnen hatte alles im Mai 2025. Beim ersten Aktionstag zum Tag der Nachbarschaft kamen Menschen aus der Vetschauer Neustadt zusammen, brachten Ideen ein und diskutierten darüber, wie sich der Platz verändern könnte.
Es folgten Gespräche, Workshops, eine Online-Umfrage und mehrere öffentliche Termine. Erste Entwürfe wurden vorgestellt, kommentiert und weiterentwickelt. Die Beteiligung war damit kein einzelner Termin, sondern zog sich durch den gesamten Planungsprozess

Im Frühjahr 2026 wurde aus Mitreden schließlich Mitmachen. Der Skaterplatz verwandelte sich in eine Mitmachbaustelle. Bürgerinnen und Bürger konnten beim Pflanzen, Gestalten und Bauen selbst mithelfen.

Ein Preis für die ganze Stadt Vetschau

„Dieser Preis gehört den Vetschauerinnen und Vetschauern“, sagt Sebastian Zoepp, Geschäftsführer der SPREEAKADEMIE. „Viele Menschen haben uns vertraut und sich auf einen Prozess eingelassen, bei dem am Anfang noch nicht jedes Detail feststand. Sie haben nicht nur ihre Meinung gesagt, sondern mitgedacht, mitdiskutiert und selbst mit angepackt. Darauf kann Vetschau stolz sein.“

Bei der Preisverleihung war auch eine Vetschauerin gemeinsam mit ihrem Sohn dabei. Beide hatten den Skaterplatz über Monate mitgestaltet und bei den Mitmachaktionen selbst angepackt.

Vom grauen Platz zum grünen Treffpunkt

Rund um die bestehende Skateanlage sind neue Bereiche für Bewegung, Spiel, Begegnung und Erholung entstanden. Pflanzungen und naturnahe Strukturen bringen mehr Grün und biologische Vielfalt in die Neustadt.

Overmeyer bezeichnete den Skaterplatz in seiner Laudatio als Reallabor und formulierte einen Gedanken, der den Ansatz des Projekts gut zusammenfasst: „Das Reallabor in Vetschau zeigt, dass Landschaftsarchitektur im ländlichen Raum dann wirksam wird, wenn sie sich auf die Dynamik einer Gemeinschaft einlässt und den Mut aufbringt, Menschen machen zu lassen.“

Und es geht weiter

Mit der Eröffnung im Juli ist die gemeinsame Gestaltung nicht beendet. Bis zum Ende von PartizipNatur im Dezember 2026 sind weitere Mitmachaktionen am Skaterplatz geplant. Der Ort bleibt damit offen für neue Ideen und gemeinsames Engagement. Mit der Preisverleihung wurde zugleich die Ausstellung aller nominierten Projekte eröffnet. Sie wird bis Ende des Jahres auch in Cottbus und Wien gezeigt. Damit wird die Geschichte des Skaterplatzes Vetschau weit über die Stadt hinaus sichtbar.

PartizipNatur – Gemeinsam Zukunft gestalten. Naturnah!

Mit unserem Projekt PartizipNatur wollen wir zeigen, wie Gemeinden und ihre Bürger*innen aktiv Verantwortung für ihre Umwelt übernehmen können.

Gemeinsam mit der Stadt Vetschau und den 10 Ortsteilen entwickeln wir lokale Lösungen für öffentliche Grünflächen, um die ökologische Nachhaltigkeit zu fördern. Durch die aktive Einbindung der Menschen vor Ort stärken wir nicht nur den Zusammenhalt in der Gemeinde, sondern schaffen auch konkrete Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität – zum Beispiel mit bienenfreundlichen Staudenbeeten auf Dorfplätzen oder naturnah gestalteten Spielplätze mit Naschecken.