Volles Haus unter freiem Himmel: Vetschau feiert den neuen Park am Skaterplatz
Hunderte Kinder am Vormittag, volle Wege und Aktionsflächen am Nachmittag und mittendrin ein Park, den viele Vetschauerinnen und Vetschauer selbst mitgestaltet haben. Die Eröffnung des neu gestalteten Skaterplatzes in der Vetschauer Neustadt hat gezeigt, wie aus gemeinsamen Ideen ein lebendiger Ort werden kann. Auch ein paar kurze Nieselschauer konnten die gute Stimmung nicht bremsen.
Musik gehörte gleich zu den ersten Tönen dieses besonderen Tages. Die Bläserklasse der Albert-Schweitzer-Grundschule eröffnete das Fest gemeinsam mit einem Musikstück. Ein Auftakt, der gut zum neuen Park passte. Denn auch bei seiner Gestaltung stand das Gemeinsame im Mittelpunkt.
Hunderte Kinder der Albert-Schweitzer-Grundschule waren am 7. Juli zur offiziellen Eröffnung auf den Skaterplatz gekommen. Nach einer Begrüßung durch Sebastian Zoepp, Geschäftsführer der SPREEAKADEMIE, eröffnete Vetschaus Bürgermeister Chris Mielchen den neuen Park mit einem Grußwort. „Mit dem neu gestalteten Skaterplatz ist etwas Besonderes entstanden und die Fläche wurde ökologisch und sozial aufgewertet“, freut sich der Bürgermeister.
Ein gemeinsamer Ort für die Vetschauer Neustadt
Was in den letzten Jahren eine eher unscheinbare Fläche rund um die Skate-Anlage war, hat sich zu einem Park für Bewegung, Natur und Begegnung entwickelt. Der neue Platz verbindet vier Bereiche, die sanft ineinander übergehen. Im Spielwäldchen finden Kleinkinder und Familien einen geschützten Ort zum Entdecken. Die Abenteuer-Wildnis lädt größere Kinder dazu ein, Natur und Bewegung miteinander zu verbinden. In der Fitnessecke gibt es Raum für Sport, Spaß und Räder. Der Neustadtpark schafft Platz für Ruhe, Gespräche und Begegnungen.
Wie gut diese neue Aufteilung angenommen wird, zeigte sich bereits am Eröffnungstag. Frau Richter aus Vetschau war begeistert: „Jetzt treffen sich andere Leute hier. Ich komme bestimmt öfter hierher.“
Genau diese Mischung aus unterschiedlichen Angeboten war ein wichtiges Ziel bei der Gestaltung. Es sollte kein Park für nur eine Altersgruppe entstehen. Kinder, Jugendliche, Familien und ältere Menschen sollten einen Ort finden, an dem sie sich gern aufhalten.
Beteiligung, die auf dem Gelände sichtbar bleibt
Der neue Park am Skaterplatz ist das Ergebnis eines breiten Beteiligungsprozesses. Mehr als 200 Kinder aus der Nachbarschaft, Schülerinnen und Schüler der Albert-Schweitzer-Grund- und Oberschule, Anwohnerinnen und Anwohner, Vereine, Unternehmen sowie zahlreiche Ehrenamtliche haben Ideen eingebracht und selbst mit angepackt.
Einer von ihnen ist der siebenjährige Collin. Er hat bereits bei den Mitmachbaustellen fleißig geholfen und freut sich, dass in „seiner“ Neustadt wieder etwas passiert: „Mir gefällt es, dass nun meine Leute wieder hierher zum Spielen kommen.“ Collin beschreibt mit einem Satz, was in den vergangenen Monaten passiert ist: Menschen wurden nicht nur nach ihren Wünschen gefragt. Sie konnten den Ort selbst mitgestalten. Bei Arbeitseinsätzen und Mitmachaktionen wurden Ideen in die Tat umgesetzt. Überall auf der Fläche finden sich heute Spuren dieser gemeinsamen Arbeit.
„Der Skaterplatz zeigt, was möglich wird, wenn Menschen nicht nur gefragt werden, sondern wirklich mitgestalten können. Aus vielen Gesprächen, Ideen und Arbeitseinsätzen ist ein Ort entstanden, der zur Neustadt passt und von der Nachbarschaft getragen wird“, sagt Sebastian Zoepp.
Strukturwandel wird an einem konkreten Ort sichtbar
Mit dem Projekt PartizipNatur fließen erstmals Fördermittel aus dem Strukturwandel direkt in die Stadt Vetschau und ihre zehn Ortsteile. Am Skaterplatz wird sichtbar, was daraus vor Ort entstehen kann. Auch Wolfgang Roick, Mitglied des Landtags und Vorsitzender des Sonderausschusses „Strukturentwicklung in der Lausitz“ im Landtag Brandenburg, sowie Sven Tischer aus dem Büro des Lausitz-Beauftragten des Ministerpräsidenten in der Staatskanzlei Brandenburg waren zur Eröffnung nach Vetschau gekommen.
Die Lausitz befindet sich mitten im Strukturwandel. Dabei geht es nicht allein um große Infrastrukturprojekte oder neue Arbeitsplätze. Entscheidend ist auch, wie gern Menschen in der Region leben und welche Möglichkeiten sie haben, ihr Umfeld selbst zu gestalten. Orte wie der neue Park können dazu beitragen, dass gerade junge Menschen die Lausitz als eine „krasse Gegend“ wahrnehmen, in der etwas passiert und eigene Ideen gefragt sind.
Für Wolfgang Roick war es der erste Besuch auf dem Skaterplatz. Sein Eindruck war klar: „Plätze wie dieser leben von Leuten, die Lust haben mitzuhelfen.“
Mit Gießkannen zurück in die Hände der Stadt
Für die feierliche Übergabe hatten wir uns ein Symbol ausgesucht, das zum neuen Park passt. Bürgermeister Chris Mielchen, Michael Jakobs, Geschäftsführer der WIS Wohnungsbaugesellschaft, und Christiane Kaden für die AG Skaterplatz erhielten Gießkannen.
Damit wurde das neu gestaltete Areal offiziell wieder in die Hände der Stadt und der Menschen vor Ort übergeben. Für die SPREEAKADEMIE endet die Arbeit auf der Fläche damit allerdings noch nicht. Bis zum Abschluss des Projekts PartizipNatur im Dezember 2026 werden wir weitere Mitmachaktionen für junge und ältere Vetschauerinnen und Vetschauer auf dem Gelände organisieren. Denn ein Park wie dieser ist nie einfach fertig. Pflanzen wachsen, Nutzungen verändern sich und Menschen entwickeln neue Ideen. Der Platz soll sich gemeinsam mit der Neustadt weiterentwickeln.
„Das ist nun ein Ort in der Neustadt, der zum Spielen einlädt“, lobte Michael Jakobs den Platz bei der Eröffnung und dankte für die gute Zusammenarbeit mit der SPREEAKADEMIE. Besonders das Baumstammmikado hatte es ihm angetan.
BMX, Naturfarben und ein voller Park am Nachmittag
Nach einer Pause füllte sich der Skaterplatz am Nachmittag erneut. Viele Kinder und Eltern kamen, aber auch Seniorinnen und Senioren nutzten die Gelegenheit, den neugestalteten Park kennenzulernen.
Besonders gefragt war der BMX-Workshop mit Mario Mailahn, Landestrainer BMX Freestyle von der BMX & Skateboard Academy Brandenburg. Kinder und Jugendliche probierten sich auf ihren Rädern aus und bekamen Tipps vom Profi. Eine alkoholfreie Cocktailbar sorgte für Erfrischungen.
Kurze Nieselschauer zogen über den Park. Wirklich gestört hat das niemanden. Sobald ein paar Tropfen fielen, wurde kurz zusammengerückt. Wenig später ging es auf den Rampen, Wegen und Aktionsflächen weiter.
„Da die Jugend mitgemacht hat, denke ich, dass das wird“
Auch Herr Weidemanns und Herr Schütt nutzten das Eröffnungsfest für einen Schwatz. Die beiden Ruheständler erinnerten sich daran, wie sich die Fläche im Laufe der Jahre verändert hat. „Früher war das auch mal schön, aber dann hat sich jahrzehntelang niemand gekümmert. Hoffentlich bleibt der Platz so schön. Aber da die Jugend mitgemacht hat, denke ich, dass das wird.“
Vielleicht steckt in diesem Satz eine der wichtigsten Erfahrungen aus der gemeinsamen Gestaltung. Ein Ort bleibt dann lebendig, wenn Menschen eine Verbindung zu ihm haben. Wenn sie wissen, wie er entstanden ist. Wenn sie selbst eine Pflanze gesetzt, eine Idee eingebracht oder bei einer Mitmachbaustelle angepackt haben.
Die Eröffnung hat gezeigt, dass der neue Park bereits jetzt von ganz unterschiedlichen Menschen genutzt wird. Genau das haben wir uns für den Skaterplatz gewünscht. Und wer den neuen Park noch nicht kennt, kann ihn selbst entdecken. Sie finden ihn rund um die Skate-Anlage in der Vetschauer Neustadt.
PartizipNatur – Gemeinsam Zukunft gestalten. Naturnah!
Mit unserem Projekt PartizipNatur wollen wir zeigen, wie Gemeinden und ihre Bürger*innen aktiv Verantwortung für ihre Umwelt übernehmen können.
Gemeinsam mit der Stadt Vetschau und den 10 Ortsteilen entwickeln wir lokale Lösungen für öffentliche Grünflächen, um die ökologische Nachhaltigkeit zu fördern. Durch die aktive Einbindung der Menschen vor Ort stärken wir nicht nur den Zusammenhalt in der Gemeinde, sondern schaffen auch konkrete Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität – zum Beispiel mit bienenfreundlichen Staudenbeeten auf Dorfplätzen oder naturnah gestalteten Spielplätze mit Naschecken.

























