Zu Gast beim Jahrestreffen des Netzwerks Zukunftsorte

Am 14. Oktober war ich als Geschäftsführer der SPREEAKADEMIE zu Gast beim Jahrestreffen des Netzwerks Zukunftsorte. Dieses Netzwerk unterstützt die Entwicklung von leer stehenden Gebäuden in ländlichen Räumen hin zu zukunftsorientierten Wohn- und Arbeitsorten. Mit unserem Büro in der Kaiserlichen Postagentur in Raddusch sind wir in genau so einem Zukunftsort tätig, denn hier wurde ein ehemaliges Gasthaus in moderne Gemeinschafsbüros mit Wohnraum umgewandelt.

Und da wir uns in der SPREEAKADEMIE viel mit Fragen der ländlichen Entwicklung befassen wurde ich eingeladen, um an einer Podiumsdiskussion über den Wandel in ländlichen Räumen teilzunehmen. Im trendigen „Friends Space“ in Berlin füllte sich am Abend schnell der Raum und eine bunte Mischung aus Berliner und Brandenburger Netzwerker*innen plauderte noch vor der Podiumsdiskusson munter drauf los. Häufiges Thema der Gespräche war die jüngste Publikation des Netzwerks in Zusammenarbeit mit der tip! Berlin. Unter dem Titel „Wir ziehen raus“ wurde eine Sonderedition des beliebten Berliner tip!-Magazins erarbeitet, in der die zahlreichen Facetten rings um das „Auswandern aus Berlin“ und das „Ankommen in Brandenburg“ beleuchtet werden.

Nach den ersten Impulsvorträgen ging es dann schließlich mit der Podiumsdiskussion los. Gemeinsam mit Julia Paaß vom Netzwerk Zukunftsorte, meinem lieben Kollegen Andreas Zimmer vom Tourismuscluster Brandenburg, Frederik Bewer als Bürgermeister von Angermünde und Caroline Rosenthal vom Netzwerk Immovielien ging es um die Frage: „Was braucht es für den Wandel?“. Nachdem zunächst auf dem Podium geklärt wurde, dass wir uns einen Wandel hin zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft auf dem Land wünschen, drehte sich die Diskussion viel um konkrete Hürden vor Ort und wie diese überwunden werden können. Um beim Ankommen in Brandenburg mit den eigenen Ideen möglichst wenig Widerstand vor Ort zu erzeugen ging mein Plädoyer vor allem dahin, sich zunächst Zeit für die Anliegen der Menschen vor Ort zu nehmen. Sprich, die eigenen Interessen erst einmal etwas hinten anzustellen und zu schauen, was denn die Leute vor Ort wirklich brauchen.

Bei der anschließenden Frage nach den Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Wandel in ländlichen Räumen wurde viel über notwendige Infrastruktur diskutiert. Andreas Zimmer sprach sich für eine bessere digitale Infrastruktur aus, die nicht nur für den Tourismus, sondern auch für das Arbeiten auf dem Land bessere Vorraussetzungen schafft. Mir selbst waren an der Stelle noch zwei Punkte besonders wichtig, in die Runde zu geben: 1. Für eine zukunftsfähige Gesellschaft braucht es vor allem Investitionen in die „mentale und soziale Infrastruktur“ der Menschen vor Ort. Heißt, statt immer mehr Betongold braucht es vor allem Kopf- und Herzgold! Denn gerade das Netzwerk Zukunftsorte zeigt ja, dass es nicht immer neue Gebäude braucht, sondern vor allem kluge Köpfe mit guten Ideen, die auch alte Gebäude mit neuem Leben füllen können. Und wenn das Herz auch mit dabei ist, können neue Dinge entstehen, so dass sich jeder auf dem Dorf wohl fühlen kann und die Lebensqualität für alle steigt!